Feminismus in Deutschland

Wir befinden uns momentan in der dritten Welle des Feminismus. In der ersten wurde in Gruppen und Vereinen für das Frauenwahlrecht gekämpft. Die zweite Welle stand für neue Freiheiten und gleichberechtigte Gesetze. Heute, in der dritten Welle, geht es um Lebensbedingungen sowie den Kampf gegen sexuelle Gewalt.

Die erste Phase des Feminismus startete im 18. Jahrhundert, wobei sie stark von dem Ziel der Gleichheit aller Menschen geprägt war. Als Gründerin der ersten Welle gilt Louise Otto-Peters (1819-1895) mit ihrer öffentlich formulierten Forderung: „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht“. Gemeinsam mit Auguste Schmidt gründetet sie im Jahr 1865 den „Allgemeinen deutschen Frauenverein“ (ADF). Hier wurde für das Recht auf eine freie Wahl der Erwerbsarbeit und gleichen Lohn gekämpft. Auch Frauen* der Arbeiterbewegung standen für eine Verbesserung der Lohnsituation, Arbeits- und Mutterschutz sowie Arbeitszeitverkürzung. Während dieser Welle konnte am 12. November 1918 das aktive und passive Wahlrecht der Frauen sowie der Abbau der Geschlechtervormundschaft erreicht werden.

In den 1960er Jahren kam es zur zweiten Welle, welche vor allem durch die Student*innen-Bewegung beeinflusst wurde. Trotz unterschiedlicher politischer Richtungen der Frauen*, kämpften diese für die selben Ziele: Recht zur Selbstbestimmung, aktives Mitspracherecht in der Politik und die Abschaffung des §218 (Schwangerschaftsabbruch). Erreicht wurde damals das neue Eherecht im Jahr 1977, durch das die Verpflichtung der Frau* zur Haushaltsführung abgeschafft wurde, auch Hausfrauenehe genannt. Im selben Jahr wurde das Scheidungsrecht reformiert mit einem Entfall des Schuldprinzips. Dieses besagte, dass eine Ehe nur ausnahmsweise geschieden werden kann, wenn ein Ehegatte ein schuldhaftes Verhalten aufweist. Das Gesetzt zur „Gleichberechtigung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz“ wurde drei Jahre später verabschiedet. Auch wurden erste Frauentheatergruppen, -bands und -kabaretts sowie Frauenverlage mit einem feministischen Programm gegründet.
Da sich die verschiedenen Gruppen der Bewegung in den 1980er Jahren in eigenen Vereinen zusammenschlossen, um für ihre jeweiligen Anliegen zu kämpfen, wurden öffentliche Proteste immer weniger, wodurch die Bewegung aus dem medialen Interesse verschwand.

Einige Wissenschaftler*innen zweifeln eine dritte Welle des Feminismus an. Andere Stimmen, und so auch wir, sehen jedoch die Frauen*bewegung in Deutschland weiterhin. Die feministische Diskussion wird in einem wissenschaftlichen Diskurs geführt, es gibt eine hohe Anzahl frauenspezifischer Literatur und viele Aktionen und Veranstaltungen, die für die Bewegung stehen. Ebenso finden viele online Proteste statt, wie die Nutzung des #MeToo im Zuge des Weinstein-Skandals, welche auf das Ausmaß sexueller Belästigung und Gewalt aufmerksam machen soll.

Auch wenn sich diese Welle in Deutschland vielleicht nicht so sehr auf der Straße abspielt, wie es in den vorigen der Fall war, besteht die Frauen*bewegung auf jeden Fall weiter, denn noch ist die Gleichberechtigung aller Geschlechter lange nicht erreicht. Um Frauen* als Kunstwerke zu zelebrieren, haben wir unsere neue Kollektion Notizbücher unter das Motto „Female Empowerment“ gestellt – schau doch gern mal vorbei.

Quellen:
https://www.uni-bielefeld.de/gendertexte/geschichte_der_frauenbewegung.html
https://www.boell.de/de/2018/07/03/von-welle-zu-welle

Weiterführende Literatur:
https://www.bpb.de/themen/KYOE75,0,0,Frauenbewegung.html

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